Dienstag, 11. August 2026

Liturgie gemeinsam tragen

Bild: KI generiert

Ministrantendienst – nicht nur für Kinder und Jugendliche

Unsere Gottesdienste leben davon, dass Menschen sich einbringen.
Schon heute übernehmen Frauen und Männer in unseren Gemeinden wichtige Aufgaben:
als Lektorinnen und Lektoren, als Kommunionhelferinnen und Kommunionhelfer,
als Wortgottesleiterinnen und Wortgottesleiter und in vielen anderen Diensten.
Sie tragen dazu bei, dass Liturgie nicht etwas ist, das einige wenige gestalten
und alle anderen lediglich mitfeiern, sondern wirklich zur Feier der ganzen Gemeinde wird.

Warum sollte das nicht auch für den Ministrantendienst gelten?

Traditionell verbinden wir Ministrantinnen und Ministranten vor allem mit Kindern und Jugendlichen.
Und wir freuen uns über jedes Kind und jeden jungen Menschen, der diesen Dienst übernimmt.
Zugleich erleben wir, dass ihre Zahl kleiner wird.

Das muss aber nicht einfach bedeuten, dass etwas verloren geht.
Es kann auch eine Einladung sein, neu zu denken.
Denn der Dienst am Altar ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden.
Auch erwachsene Frauen und Männer können ministrieren und damit einen
sichtbaren liturgischen Dienst für die Gemeinde übernehmen.

Dabei geht es nicht darum, Erwachsene als Ersatz zu gewinnen, weil Kinder und Jugendliche fehlen.
Es geht um etwas Grundsätzlicheres: Liturgie ist Sache der ganzen Gemeinde.

Wer ministriert, hilft mit, dass Gottesdienst Gestalt bekommt. Bei der Bereitung des Altares.
Beim Umgang mit Kerzen und Weihrauch. Bei besonderen Gottesdiensten und Festtagen.
Und vor allem durch die sichtbare Bereitschaft: Ich stehe nicht nur irgendwo in der Kirche.
Ich übernehme Verantwortung für diese gemeinsame Feier.

Deshalb möchten wir ausdrücklich auch Erwachsene ermutigen,
darüber nachzudenken, ob dieser Dienst etwas für sie sein könnte.

Es braucht dazu keine besonderen Vorkenntnisse. Alles, was notwendig ist, kann gelernt und eingeübt werden.
Und selbstverständlich bedeutet die Entscheidung für diesen Dienst nicht, dass man nun bei jedem Gottesdienst ministrieren muss.
Auch hier soll gelten: Jede und jeder bringt sich nach den eigenen Möglichkeiten ein.

Wir wünschen uns eine Kirche, in der Menschen unterschiedlichen Alters nicht nur nebeneinandersitzen,
ondern miteinander Gottesdienst feiern und Verantwortung übernehmen.

Kinder und Jugendliche.
Frauen und Männer.
Jüngere und Ältere.

Denn Kirche lebt dort, wo Menschen sagen:

Ich bin dabei.
Ich bringe mich ein.
Ich trage etwas mit.

Wer Interesse hat oder zunächst einfach einmal mehr darüber erfahren möchte, kann sich gerne an Pfarrer Thomas Diener oder das Pfarrbüro wenden.